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Interview mit Simone Kretz

simonekretzSimone Kretz, geboren 1961 im Sauerland, lebt seit 20 Jahren in Mülheim. Am 01. Juli 2009 ist sie, seit 18 Jahren als Inhaberin der Kretz Personaltraining & -coaching und als zertifizierter Weiterbildungsträger der Stadt Köln niedergelassen. Über die Jahre hat sie mit ihrer Firma ein umfassendes Seminarangebot aufgebaut und bietet auch Supervisionen und Coachings an. In ihrem ersten Leben, wie sie sagt, hat sie in Köln Sozialarbeit studiert und anschließend in dem von Ordensfrauen (Borromärinnen) geführten Kinderheim in Köln-Dünnwald gearbeitet.

Wir haben Simone getroffen, um sie noch intensiver zu befragen.

Hallo Simone, Du kommst aus dem Sauerland. War es eine große Umstellung für Dich, nach Köln umzusiedeln? Und wie gefällt es Dir heute in der Domstadt?

Ja, die ersten Jahre waren schwer. Als Studentin bin ich jedes Wochenende ins Sauerland gefahren, manchmal sogar in der Woche. Ich habe meine Familie, meine Freunde und die wunderschöne Natur meiner Heimat vermisst und die Mentalität der Kölner war mir sehr suspekt. Für einen Sauerländer viel zu offen. Nun lebe ich fast dreißig Jahre hier, mittlerweile sehr sehr gerne. So viele Ecken sind mir ans Herz gewachsen, z.B. hier in Mülheim und auch die Mentalität liebe ich sehr. Für mich ist der Kölner herrlich unkompliziert und super tolerant. Aber in meine Heimat werde ich immer gerne reisen.

Du sagtest es sei ein neues Leben, das Du seit Deiner Selbstständigkeit führst. Was meinst Du damit? Wie ist Deine Firma entstanden? Welche Beweggründe hattest Du?

Damals bin ich nach Köln gekommen, da ich hier einen Studienplatz erhalten hatte. Ich habe Sozialarbeit studiert und war wild entschlossen, die Welt zu verändern. Ich war u.a. bei der Jugendhilfe Köln und für die Bewährungshilfe Köln tätig, und habe ehrenamtlich für die Gemeinnützigen Werkstätten Köln in einer Teestube geistig und körperlich behinderte Menschen betreut. Dann bekam ich eine Festanstellung in dem Kinderheim der Borromärinnen in Köln-Dünnwald. Die Arbeit hat mir viel Freude gemacht, aber die Situation war damals leider so, dass wir personell so unterbesetzt waren, dass ich in meiner Gruppe sehr oft mit 11 Kindern alleine war. Oft hatte ich mit den Kleinen noch kein Puzzle-Spiel gespielt, da kamen die Ersten schon aus der Schule zurück usw. Ich hatte mehr und mehr in meinem Kopf, den Kindern nicht gerecht werden zu können und bin dann weggegangen.

Also haben sich deine Ziele auf diesem Wege nicht erreichen lassen. Was hast du dann gemacht?

Für mich war klar, dass ich auf jeden Fall weiter mit Menschen arbeiten wollte und so bin ich zu Philips nach Frankfurt und habe dort eine Trainerausbildung gemacht. Deshalb spreche ich schon mal von meinem früheren Leben und von meinem heutigen. Nach der Ausbildung bei Philips habe ich zunächst als festangestellte Dozentin gearbeitet. Ich bin leidenschaftlich gerne Trainerin und hatte einen Bereich kennen gelernt, in dem ich mir von Anfang an vorstellen konnte, mich mit eigener Firma und mit eigenen Ideen niederzulassen. Das habe ich dann auch gemacht und das ist jetzt 18 Jahre her. Mein Betrieb ist mein Kind und für mich auch meine Berufung. Ich verstehe die Erwachsenenbildung als „Dienst am Menschen“ und das ist dann auch unser Firmenmotto geworden… Weil wir den Dienst am Menschen ernst nehmen... Nichts anderes möchte ich machen und ich hoffe, dass es immer weiter gehen kann.

Du wohnst schon 20 Jahre in Mülheim. Was liegt Dir so am Herzen?

Mir gefällt Vieles. Die Ruhe, mit der ich wohnen kann. Die Straße, in der ich wohne, ist so ruhig; wenn ich auf dem Balkon sitze, höre ich die Glocken des Redemptoristen-Klosters nebenan läuten. Ich liebe das und empfinde gar nicht, dass ich im Prinzip in einer Großstadt lebe. Auch der wunderschöne Park direkt nebenan. So gerne gehe ich mit meinem Hund dort spazieren oder morgens vor der Arbeit dort walken. Oder die Freundlichkeit der Nachbarn. Wenn man so lange in einem Veedel wohnt, kennt man so viele Nachbarn. Ich mag auch das multikulturelle an Mülheim sehr. Und natürlich, dass ich so schnell in der Stadt bin, aber auch mit meinem Hund direkt im Bergischen sein kann.

Gibt es auch etwas, was Dir hier nicht gefällt?

Ja, ich wünschte mir, dass die Kulturen mehr miteinander in Kontakt kämen. Das finde ich so schade. Zu den türkischen Nachbarn hier bei uns auf der Ecke, die ein Internet Cafe betreiben, habe ich einen freundschaftlichen und herzlichen Kontakt und auch zu einer Schneiderin, die ebenfalls Türkin ist, aber sonst ist die Kontaktaufnahme immer schwer. Vielleicht müsste man mehr gemeinsame Feste feiern?

Du bietest bei MegaHerz Sitzungen „Keep Cool – Zur Ruhe kommen im Berufsalltag“ an. Warum gerade dieses Thema?

Das hängt mit meiner Firma zusammen. Durch die Inhouse-Schulungen in den Betrieben erleben wir seit Jahren, dass die Menschen heute immer gefährdeter sind, in ein Burnout abzurutschen und es leider auch tun. Daher laden wir immer wieder ein, zu kommen, um zur Ruhe zu kommen. Und wir freuen uns, dass die Menschen kommen, um entgegenzusteuern und diesen Wahnsinn heutzutage unterbrechen.

Ich persönlich glaube, dass es heutzutage ein Muss ist,dass es ein lebensnotwendiges „lifemanagement“ ist, Atemtechniken und Entspannungsmethoden zu erlernen, um nicht zu zerbrechen, um das Immunsystem zu stärken oder die Selbstheilungskräfte unseres Körpers zu mobilisieren.

Warum ist es heute schon fast lebensnotwendig, verschiedene Techniken zu erlernen, um in unserer Welt nicht zu zerbrechen?

Das Leben ist meiner Meinung nach heute viel zu schnell „getaktet“. Die Menschen jagen durch Ihren Alltag und kommen nicht mehr zur Ruhe. Die Seele kann nicht nachkommen, nicht nur der Körper, auch die Psyche schreit. Die psychischen Erkrankungen nehmen dramatisch zu oder auch monatelange Ausfälle durch eine Burnout-Erkrankung. Zurück zur Langsamkeit, denke ich manchmal. Und hin zur Achtsamkeit. Ich finde es lebensnotwendig heute. Natürlich gehört auch Bewegung und Sport zum Stressabbau oder positives Denken und Haltung und Umgehen mit anstrengenden Situationen.

Das sind ja alles Techniken, um nicht zu zerbrechen. Bietest Du nur diese Sitzungen „Keep Cool“ an?

Nein nein, wir machen ja auch Inhouse-.Schulungen zu „Keep Cool“ und „Stress- und Selbstmanagement für Mitarbeiter“ und unsere „Coachings für die Führungskräfte“, die ja auch sehr gestresst heute sind; die werden auch rege angenommen.

Du bist seit Jahren mit einem großen Seminarangebot als Weiterbildungsträger der Stadt Köln und auch über die Grenzen Kölns hinaus bekannt? Wie schaffst Du das?

Ich glaube, dass Funken überspringen, wenn Menschen das, was sie tun mit Leidenschaft, mit Herzblut und aus ihrer Berufung heraus tun. Und ich bin leidenschaftlich gerne Trainerin; ich sagte es ja schon. Und die Trainerinnen und Trainer, die mit uns verbunden sind, auch; sonst würde ich sie nicht einsetzen.

„Kretz Personaltraining & -coaching“ hat vier große Themengebiete, denen ihr euch widmet . Was für Bereiche sind das?

Unsere Standbeine sind der SoftSkill-Bereich, der sich mit der Sozialen Kompetenz beschäftigt, wir bieten IT- Seminare an, machen Coachings, Teambildung und –entwicklung und haben den Bereich Senioren. Im SoftSkill-Bereich haben wir durch die vielen Jahre ein sehr umfassendes

Seminarangebot entwickelt. Hier bieten wir Führungskräftetraininings

in allen Variationen an und für Mitarbeiter Telefon-, Kommunikations- und Konfliktmanagement-Trainings.

Wir haben Seminare zu den Themen Die neue deutsche Rechtschreibung,

modernes Korrespondieren, Büroorganisation und Zeitmanagement und vieles mehr. Wenn ich jetzt alle unsere Seminare aufzähle, würde das wohl den Rahmen sprengen. Im EDV-Bereich haben wir einen IT-Trainerpool und decken mit diesen Mitarbeitern das Themenspektrum ab. Outlook und Umsteigerschulungen auf Office 2007 sind da zurzeit ein Thema. Unser drittes Standbein, den Bereich Coachings, Teambildung und Teamentwicklung betreuen unsere Supervisoren, die eine Ausbildung bei der Deutschen Gesellschaft für Supervision gemacht haben. Letztendlich gibt es auch noch unseren Bereich „Senioren“, den ich selber sehr gerne begleite. Hier unterstützen wir sowohl in IT- als auch SoftSkill-Fragestellungen. Jeder Interessierte kann sich gerne bei uns im Büro melden, dann senden wir ihm/ihr eine E-Mail mit unserem Angebot zu.

Du liebst ganzheitliche Lernmethoden, weil sie so effizient sind. Damit habt ihr zum Beispiel im IT-Bereich gute Erfahrungen gemacht. Kannst du uns eines nennen?

Ein Seminarrenner von uns ist ein ganzheitliches „10-Finger-Blind“-Training. Das schulen wir ganz oft, z.B. für RWE, Bayer, Versicherungen, etc. Das Konzept hat ein Expertenteam von Ärzten, Neurologen, Hirnforschern und Pädagogen entwickelt und das Seminar ist irre effizient. Wir glauben, es wird so oft angefragt, da heutzutage eine E-Mail-Flut zu beantworten ist und viel viel mehr als früher in allen Branchen am PC dokumentiert werden muss. Da es so oft angefragt wird, bieten wir es jeden Monat als offenes Seminar an.

 

Das ist doch bestimmt alles sehr anstrengend für Dich. Wie tankst Du selber denn auf und holst Dir Kraft?

Ich meditiere seit ungefähr 20 Jahren. Darüber habe ich gelernt, das Tun durch das Lassen zu ersetzen, das Los- und Zulassen klappte immer besser und der Lärm, auch der Lärm in mir, wurde immer mehr zur Stille. Auch liebe ich Klöster als Oasen der Ruhe und Stille. Ende Juli fahre ich mit einer lieben Freundin zu ein paar Tagen Ruhe und Stille in das Benediktinerinnenkloster in Bernried am Starnberger See. Da freue ich mich schon sehr drauf. Und meine Terry, mein Hund, wird mit ins Kloster fahren. Wenn Du mich fragst, was mir Kraft gibt, dann ganz intensiv auch Terry. Die Zeiten mit ihr sind immer durch Freude, Glücklichsein und Treue geprägt.

Wir bedanken uns für das offene Interview.

Weitere Informationen:

Internet: www.kretz-training.de

Keep Cool: MegaHerz

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