SURVIVAL INTERNATIONAL - Ermittlungen gegen Missionar wegen „Eindringens in das Land von Unkontaktierten“

indigene21. Januar 2019 Ein amerikanischer Missionar wird von brasilianischen Behörden befragt, nachdem er angeblich das Gebiet eines unkontaktierten Volkes betreten hatte.

Berichten zufolge wurde Steve Campbell, ein Missionar der Greene Baptist Church in Maine, von Beamten der FUNAI (Abteilung für indigene Angelegenheiten der brasilianischen Regierung) befragt. Er könnte wegen Völkermordes vor Gericht gestellt werden.

In der brasilianischen Presse wird berichtet, Herr Campbell habe mithilfe eines lokalen Führers, der kürzlich an einer FUNAI-Expedition teilgenommen hatte, das Gebiet des Hi-Merima-Volkes betreten. Berichten zufolge besuchte er indigene Camps, die FUNAI im Rahmen ihrer Arbeit zur Überwachung des Territoriums unkontaktierter Völker aufgesucht hatte.

Erst vor zwei Monaten sorgte die Tötung eines anderen Missionars, John Allen Chau, durch Angehörige der unkontaktierten Sentinelesen, für Schlagzeilen. Chau hatte versucht ihre Insel im Indischen Ozean zu besuchen, um die Sentinelesen zum Christentum zu bekehren.

Herr Campbell hat sein Vorgehen angeblich verteidigt, indem er erklärte, dass er Angehörigen eines benachbarten Volkes, den Jamamadi, die Verwendung von GPS beibringt und dass das Betreten des Gebietes der Hi-Merima-Indigenen der einzige Weg gewesen sei, um an sein Ziel zu gelangen.

Die Ernennung der evangelikalen Predigerin Damares Alves zur neuen Ministerin mit Verantwortung für indigene Völker unter Präsident Jair Bolsonaro wird wahrscheinlich andere Missionare dazu ermutigen, Kontakt zu isolierten Völkern aufzunehmen.

Unkontaktierte Völker sind die bedrohtesten Gesellschaften unseres Planeten. Ganze Völker werden durch die völkermörderische Gewalt Außenstehender ausgelöscht. Diese Eindringlinge rauben nicht nur ihr Land und ihre Ressourcen, sondern schleppen auch Krankheiten wie Grippe oder Masern ein, gegen die Unkontaktierte keine Abwehrkräfte haben.

Stephen Corry, Direktor von Survival International, sagte heute: „Christlich-fundamentalistische US-Missionare müssen von diesem primitiven Drang abgehalten werden, mit bisher unkontaktierten Völkern Kontakt aufzunehmen. Es kann zu dem Martyrium führen, das sie suchen, aber es endet immer mit dem Tod von Indigenen.“ 

Quelle: https://www.survivalinternational.de
Foto: Unkontaktierte Indigene in Brasilien. Ihre Haltung auf diesem Foto von 2008 erscheint ablehnend. © G. Miranda / FUNAI / Survival

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