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Stadt baut und betreibt Gebäude klimafreundlich - Stadtweit 33 Prozent CO2 gespart – Beispielhafter Schulneubau Ossietzkystraße

pk klimaschutz bauen 04Der frisch bezogene Neubau der Carl-von-Ossietzky-Gesamtschule in Köln-Longerich ist ein besonders gelungenes Beispiel für Klimafreundlichkeit in Betrieb, Sanierung und Bau städtischer Objekte. Für rund 50 Millionen Euro ist ein dreigeschossiger Neubau entstanden, in dem rund 1.000 Schülerinnen und Schüler lernen und demnächst in der Dreifachturnhalle Sport treiben können. Die neue Schule verfügt über eine Grundwasserwärmeheizung mit eigener Wärmepumpenanlage im Keller, 127 Photovoltaikmodule zur Erzeugung von Solarstrom auf dem Dach sowie über ein weiteres Dach, das begrünt wurde.

Diese Schule hat eine hochmoderne Grundwasserwärme-Heizung mit eigener Wärmepumpenanlage im Keller, die die natürliche Temperatur des Grundwassers nutzt, um die Fußbodenheizung des Hauptgebäudes zu betreiben. Das komplette Gebäude plus das Wasser für die Duschen der Sporthalle wird damit über Erdwärme beheizt. Der Strom wird über die Photovoltaikanlage auf dem Dach generiert, das Sporthallendach ist auf einer Fläche von 1.500 Quadratmetern zur Aufnahme von Regenwasser begrünt. Auf dem Dach der Aula entstehen Pflanzbeete, durch die nicht nur Sauerstoff produziert wird. Sie bieten zudem zahlreichen Insektenarten einen wertvollen Lebensraum. Die grünen Dächer schützen im Sommer auch gegen Hitze, denn sie nehmen Regenwasser auf, das langsamer verdunstet und gleichzeitig für Kühlung sorgt. Die gesamte Schulanlage ist zudem barrierefrei.

Oberbürgermeisterin Henriette Reker unterstreicht die Bedeutung der Energieleitlininen für Köln:

Nicht erst seit dem Klimanotstand sind wir aktiv. Seit gut 15 Jahren unternimmt die Stadt Anstrengungen in vielen Bereichen, um Ressourcen zu schonen, Energie zu sparen, Abgase zu minimieren. Neue technische Möglichkeiten und unser eigener Anspruch bringen uns dazu, immer deutlich über allen gesetzlichen Forderungen zu bauen. Und das gilt auch für das Sanieren städtischer Gebäude samt unserer 277 Schulstandorte. So tragen damit entscheidend zur Klimaverbesserung in Köln bei und setzen ein Beispiel, dem Privathaushalte und die Wirtschaft gerne folgen können.

2004 hat die Stadt Köln sich Energieleitlinien gegeben. Seither werden ihre öffentlichen Gebäude, wie Schulen, Kindertagesstätten, Rathäuser, Bibliotheken oder Museen, besonders klimafreundlich ausgestattet. Die Leitlinien wurden im Sinne des Umweltschutzes vom Energiemanagement der städtischen Gebäudewirtschaft entwickelt, die deutlich über die gesetzlichen Vorgaben der Energieeinsparverordnung hinausgehen. Sie gelten für alle städtischen Neubauten und Sanierungsvorhaben im Gebäudebestand, aber auch für Gebäude, die im Rahmen von ÖPP (öffentlich-private Partnerschaft) oder anderen Investorenmodellen errichtet werden.

grafik energie einsparungen stadt klnDie städtische Gebäudewirtschaft pflegt ein intensives Energiecontrolling ihrer rund 660 Gebäude. Aus gewonnenen Kennwerten fertigt die Stadt Köln einen jährlichen Energiebericht, in dem die Verbrauchsentwicklung der städtischen Gebäude für Heizenergie, Strom und Wasser dargestellt sowie die durch bauliche Maßnahmen erzielten Einsparungen ausgewiesen werden. Moderne energetische Standards helfen, Energie effizient zu nutzen und den Verbrauch zu minimieren. In den Jahren 2005 bis 2018 wurden durch alle Baumaßnahmen an städtischen Gebäuden 22,4 Prozent Heizenergie, knapp neun Prozent Strom, 22,6 Prozent Wasser und 33 Prozent CO2 eingespart.

Bereits seit 2010 wird auf fast jedem Neubau eine Photovoltaikanlage installiert. Insgesamt wird durch den Betrieb der eigenen Photovoltaikanlagen sowohl ein deutlicher Beitrag zur Senkung der Energiekosten als auch zur Reduzierung des CO2-Ausstoßes erreicht. Insbesondere bei den neueren Anlagen wird ein erheblicher Anteil – bis zu 90 Prozent – des erzeugten Stromes direkt im jeweiligen Gebäude verbraucht.

Die Qualitätsanforderungen, die sich die Verwaltung freiwillig auferlegt hat, sehen bei Neubauten, Instandhaltungen und Instandsetzungen oder Generalsanierungen von Bestandsgebäuden Baumaßnahmen zur energetischen Optimierung vor. Darunter fallen etwa die Erneuerung von Beleuchtung, Fenstern, Heizungsanlagen, Dach- und Fassadensanierungen. Alleine im Jahr 2018 wurden solche Maßnahmen zur Energieeinsparung an 20 städtischen Objekten durchgeführt.

Durch eine neue Monitoring-Software können Betriebsstörungen sowie andere Abweichungen vom Regelbetrieb der Heizungsanlagen noch schneller erkannt und behoben werden. Für dieses Energiecontrolling-System wurden in 200 Objekten neue Zähler installiert, die Defekte in der Gebäudetechnik "melden", die zu einem erhöhten Energie- oder Wasserverbrauch führen.

Der städtische Strom-Mix setzt sich aus 40 Prozent Strom aus regenerativen Energiequellen und 60 Prozent aus hocheffizienter Kraftwärmekopplung der RheinEnergie in Köln-Niehl zusammen. Er ist demnach zu 100 Prozent frei von Atom- und Kohlestrom.

Der aktuelle Energiebericht der Gebäudewirtschaft

Quelle: Stadt Köln - Amt für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit - Nicole Trum / https://www.stadt-koeln.de

Foto: © Martina Goyert Oberbürgermeisterin Henriette Reker, Petra Rinnenburger, Technische Betriebsleiterin der städtischen Gebäudewirtschaft, Schulleiterin Bettina Otte und Michael Nawroth, Leiter Energiemanagement bei der Gebäudewirtschaft
Grafik: © Stadt Köln Grafik_Energie_Einsparungen

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